Der musikalische Außenseiter

Ein Junge, der in der Schule gemobbt wird, keine Freunde hat und unglücklich ist, spielt gern heimlich auf dem Dach seiner Wohnung Gitarre. Nachdem sein musikalischer Vater ihn und seine Mutter verlassen hat, zeigt die Mutter jedoch eine tiefe Abneigung gegen Musik bzw. Rock, was zusätzliche Komplikationen aufbringt.

Plötzlich zieht ein kurioser Nachbar ein, der den ganzen Tag aus riesigen Boxen laut Musik hört. Er ist nämlich ein ehemaliger Gitarrist der Band „Nothing“, wie der Protagonist Tom herausfindet. Also ergreift Tom die Chance und möchte unbedingt, dass der Musiker ihm Gitarrenunterricht gibt. So schreibt er seine ersten Songs.

Aus meinen Augen gesehen hat „The beat beneath my feet" absolutes Kinopotential, da einem diese Story nicht ungeläufig ist. Dadurch ist die Handlung für die meisten Zuschauer relativ vorhersehbar. Er fängt traurig an und man entwickelt automatisch eine Verbindung zu dem Hauptcharakter, da er am sympathischsten dargestellt wird. Mit einem runden Happy-End geht der Film zu Ende, der keine weiteren Fragen offen und einen belustigt nach Hause gehen lässt.

Positiv war auf jeden Fall die Musik, die aus einer Mischung aus Rock und Blues bestand. Man bekam auch die Entwicklung von Tom beim Songs schreiben mit und konnte klar erkennen, dass es in seinen Liedern um seine Gefühle geht. Der Hauptdarsteller wurde sehr gut verkörpert, denn diese Unsicherheit und das trottelige, tollpatschige hat genau gepasst.
Weniger gut fand ich die düstere Geschichte z.B. dass Tom sich selbst Schmerzen hinzufügt. Denn das wirkte auf mich so, als wäre dieser Teil noch schnell in die Geschichte hineingezwängt, damit der Film bloß nicht zu fröhlich wird. Die emotionale Geschichte des damaligen Rockers, berührte mich auch nicht stark, da das für mich diese typische Verletztheit der Menschen war, die von außen eine harte Schale zeigen. Vielleicht hätte man sich an dieser Stelle etwas ausgefallenes Ausdenken können. Fragwürdig fand ich auch die Animationen während der Songs. Später stellte sich heraus, dass sie wegen Zeitmangels eingefügt wurden, was mir leider auch aufgefallen ist.

Diesen Film würde ich für Menschen empfehlen, die sich Freitagabend eine leichte Filmkost gönnen möchten oder Liebhaber des Bluesrocks sind. Durch die geschlossene Geschichte braucht man sich nach dem Film keine Sorgen um die Charaktere machen, was natürlich für manche positiv oder negativ sein mag. Dieser Musikfilm ist mit Mühe gemacht worden und diese nette Unterhaltung ist dabei herausgekommen.
15.2.2015, Eva Swiderski

Wir küren unseren Publikumsliebling


Auch in diesem Jahr wollten wir von Euch wissen, welchen Film ihr am besten fandet.
Aus insgesamt 166 Stimmen können wir Euch nun den diesjährigen Publikumsliebling präsentieren.
Like last year we wanted to know which movie was your favorite one.
Having received 166 votes we can now proudly present the Darling of the Public of this year's Berlinale.


Mit 17,47% geht der diesjährige Preis des Publikumslieblings an...
With 17.47% this year's award for the Darling of the Public goes to...

The Beat Beneath my Feet


Auf Platz 2 und 3 folgen Mina Walking und Nena mit ungefähr 13%.
2nd and 3rd are Mina Walking and Nena with about 13%.

Hier noch einmal eine kleine Gesamtübersicht:
An overview:


Der von der Jugendjury mit dem Gläsernen Bären ausgezeichnete Film "Flocken" erhielt übrigens nur 8,43% der Stimmen und landete damit auf Platz 6. 
The film Flocking that has been awarded with the Chrystal Bear by the Youth Jury got 8,43% of the votes and is therefore the 6th.

Tatsächlich ist die Übereinstimmung hier also noch geringer als im letzten Jahr, da damals immerhin ein Zehntel der Befragten für den damaligen Gewinnerfilm 52 Tuesdays gestimmt hatten.  
Actually the difference of the Jury and the public is even bigger this year than last year since 52 Tuesdays, the 14Plus winner last year, had got about 10% of the votes while Flocking only received 8%.

Die lobende Erwähnung der Jugendjury "Prins"erhielt 7,83% der Stimmen, also nahezu gleich viele wie Flocken, während die lobende Erwähnung der internationalen Jury "Nena" immerhin 13,25% erreichte und somit von den von den Jurys ausgezeichneten Filmen das beste Resultat in dieser Abstimmung erhielt.
This year's special mention of the Youth Jury 'Prins' received 7.83% of the votes while the special mention of the International Jury got 13,25%.

"The Diary of a Teenage Girl" als Hauptpreis der Internationalen Jury erhielt nur 4,22% der Stimmen.
'The Diary of a Teenage Girl', the winner of the Grand Prize of the International Jury, received only 4.22% of the votes. 


15.02.2015, Sarah Gosten

Verwirrend und faszinierend

In der heutigen Jugend ist auch das Thema „Internet“ neben vielen anderen Jugendproblemen sehr wichtig. Der japanische Film „Wonderful World End“ setzt sich damit auseinander.

Die Hauptdarstellerin heißt Shiori, die sich im „Gothic Lolita“ Stil kleidet und durch ihren Blog und Videos viele Zuschauer hat. Sie hat einen Freund, was die anderen Fans aber nicht wissen (sollen?). Eines Tages kommt ein junges Mädchen namens Ayumi zu Shiori nach Hause, weil sie ihr absolutes Vorbild ist. Ayumi ist vor ihrer Mutter weggelaufen und spricht sehr wenig. Da Shioris Freund Ayumi liebenswürdig aufnimmt, wohnt sie eine Weile mit dem Pärchen zusammen.
Es entwickelt sich eine seltsame Beziehung zwischen dem Internetstar und dem Fan. Kuriose Dinge passieren beiden Mädchen. Die Handlung ist so komplex, dass man es fast nicht zusammenfassen kann. Man taucht in zwei unterschiedlichen Gedankenwelten.
Im Hintergrund läuft Musik von der wirklich existierenden Sängerin Seiko Oomori (im Film die Lieblingsmusikerin von Shiori), die extrem verwirrende Texte singt.

Dem Publikum wird gezeigt, wie wichtig das Internet für manche sein kann. Der größte Teil der Kommunikation wird nämlich über Smartphones in Chats oder im täglichen bloggen geführt. Man sieht Shiori bei ihrer Gefühlsauslebung zu, die von purem Glück bis zum Wahnsinn reicht. Am Anfang wird sie relativ sympathisch dargestellt, bis es zu dem Wendepunkt kommt. Das ist nämlich die Eskalation, die alle Kinobesucher schockt. Der Freund wird gewalttätig stark von seiner Freundin verletzt und verwandelt sich nach einer Weile in einen Zombie. Manche Szenen waren so absurd, dass man lachen musste.
Der Film endet mit den beiden Mädchen, die entweder in ihrem Traum oder in der Realität zusammen über ein Blumenfeld rennen und fröhlich aussehen.

Als Zuschauer saß ich am Ende sehr verwirrt da. Um diesen Film zu gucken, ist eine gewisse Neugier und Offenheit nötig, sodass man sich darauf einlassen kann.
Die Meinungen des Publikums waren sehr gespalten. Einige fanden „Wonderful World End“ faszinierend, einige einfach nur absurd und ein undurchschaubares Wirrwarr. Der Regisseur, der einen etwas verschlafenen Eindruck machte, wunderte sich darüber, dass es doch nicht wenige Lacher während der Vorstellung gab. Eine Frage, die mir noch sehr im Gedächtnis blieb, war: „Warum wurde in der Szene, als die Mädchen vereint und innig waren, alienmäßige Musik eingespielt?“ Die Antwort war, dass die Hauptdarstellerinnen in diesem Moment sicherlich eine schöne Musik in ihren Köpfen hatten und so dachte sich der Regisseur Daigo Matsui, er zeigt einfach genau das Gegenteil. Das beeindruckte mich in gewisser Weise. Ich mochte dieses leichte surrealistische in diesem Film. Die Mischung aus Traum und Realität hat mir sehr gut gefallen. Doch ich glaube, das dass ein Berlinale Film ist, bei dem sich die Meinungen am größten unterscheiden. Ich würde ihn auf jeden Fall an Manga Liebhaber und an Menschen empfehlen, die neugierig auf einen ganz individuellen Film, mit eher unüblichem Genre sind.
14.2.2015, Eva Swiderski

Die Preise der Jurys von KPlus


Die Preise der diesjährigen Berlinale gehen in der Sektion Kplus an folgende Filme:
The awards for this years' Berlinale in the category KPlus go to:

Internationale Jury/ International Jury

Kurzfilm/ Short Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Agnes


Spezialpreis /Special Award: Giovanni und das Wasserballett


Langfilm/ Feature Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Stella


Großer Preis/ Grand Award: Regenbogen


Jugendjury/ Youth Jury

Kurzfilm/ Short Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Der Schlips 



Gläserner Bär/ Crystal Bear: Die Gabe meines Vaters


Langfilm/ Feature Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Regenbogen


Gläserner Bär/ Crystal Bear: Stella



15.02.2015, Sarah Gosten

Die Preise der Jurys von 14Plus


Die Preise der diesjährigen Berlinale gehen in der Sektion 14Plus an folgende Filme:
The awards for this years' Berlinale in the category 14Plus go to:

Internationale Jury/ International Jury


Kurzfilm/ Short Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Tuolla Puolen




Spezialpreis /Special Award: Coach



Langfilm/ Feature Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Nena




Großer Preis/ Grand Award: The Diary of a Teenage Girl





Jugendjury/ Youth Jury

Kurzfilm/ Short Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Nelly




Gläserner Bär/ Crystal Bear: A Confession



Langfilm/ Feature Film

Lobende Erwähnung/ Special Mention: Prins




Gläserner Bär/ Crystal Bear: Flocken


13.02.2015, Sarah Gosten

Im Herzen die Musik

Wundervolle Musik, lustige Momente und das Gefühl, verstanden zu werden.

Was „The Beat Beneath My Feet“ von John Williams und Produzent Michael Mueller so besonders für mich machte, ist, dass Protagonist Tom (Nicholas Galitzine) kein typischer Rockstar ist. Stattdessen ist er Nerd in jeder Hinsicht, hat in der Schule große Probleme, Freunde zu finden und lebt allein mit seiner Mutter. Die Musik ist sein einziger Halt. Das, was ihm geholfen hat, mit dem Ritzen aufzuhören. Als ein Ex-Rockstar (Luke Perry) bei ihm im Haus einzieht, ist für ihn klar - der muss ihm richtig Gitarrenspielen beibringen. Mit Hilfe von Erpressung hat er sein Ziel bald erreicht und arbeitet nun mit seinem Lehrer auf seine bisher größte Herausforderung zu. The Battle of Bands, wo er allen zeigen kann, was er drauf hat.

Ja, auch „The Beat Beneath My Feet“ arbeitet mit Klischees, aber auf so bezaubernde und dezente Art und Weise, dass es mich persönlich nicht gestört hat. Tom war noch immer außergewöhnlich und komplex genug, dass man sich mit seinem Charakter auseinander setzen kann, ohne bereits alles im Voraus zu wissen. Was Max/Steve antrieb, blieb lange Zeit im Unklaren. Nur dass er ein Geheimnis hat, war von Anfang an klar.

Es hat mir größte Freude bereitet, die Beziehung zwischen Tom und Max aufblühen zu sehen. Es entsteht nicht nur eine Freundschaft durch ihr gemeinsames Musizieren. Max wird sogar zu einer Art Vaterersatz für Tom und umgekehrt ist es genauso.

Faszinierend ist, dass es ausnahmsweise mal nicht darum geht, wie der Junge das Mädchen kriegt. Ein Mädchen spielt nur bedingt eine Rolle. Stattdessen steht wie gesagt die Musik im Vordergrund, was zu oft außen vorgelassen. Musik ist für viele Heranwachsende so wichtig und wird vielfach unterschätzt. Dass sie Leben retten kann, ist den meisten überhaupt nicht klar. „The Beat Beneath My Feet“ trägt einen Schritt dazu bei, den Menschen in diesem Zusammenhang die Augen zu öffnen.

Eine wundervolle Geschichte, die ich sowohl Musikliebhabern, als auch unmusikalischen Menschen empfehlen würde. Unterhaltung, emotionale Momente, wunderschöne Musik, hier ist einfach alles dabei.

15.02.15, Johanna Gosten

A chat with the people behind "The Beat Beneath My Feet"

English version italic

Nach der Premiere von The Beat Beneath My Feet hatte Mia, Klara und ich eines unserer wenigen bereits vorher festgelegten Interviews. Durch Glück waren wir die einzigen, die ein Interview machen wollten und konnte daher fast sicher sein, dass wir die Gelegenheit bekommen würden. Nach einiger Wartezeit, da Regisseur John Williams, Scriptwriter Michael Mueller und Schauspieler Nicholas Galitzine noch viele Autogramme zu geben hatten, saßen wir gemütlich mit den dreien zusammen und konnten endlich unsere Fragen stellen.
After the premiere of „The Beat Beneath My Feet“ Mia, Klara and I had an interview with director John Williams, script writer Michael Mueller and actor Nicholas Galitzine.

Freie Generation Reporter: Wann und Warum hast du entschieden, aus deiner Geschichte einen Film zu machen? When and why did you decided to turn your story into a feature film?


Michael Mueller: *lacht* Das ist eine interessante Frage. Ich wurde Filmemacher, weil ich einen Schauspieler sah, dann fing ich an zu schreiben und ich schrieb einen Film namens „Dummy“ mit Aaron Taylor-Johnson in der Hauptrolle. Jemand anderes war der Produzent. Aber wenn jemand deine Arbeit macht, ist der Film so eine Interpretation und das Script ist nur eine Vorlage. Ich wollte ein wenig mehr Kontrolle haben. Den Regisseur und die Schauspieler auswählen. Deshalb wollte ich die Filme produzieren, die ich schrieb. Es hat mir großen Spaß gemacht, die Komponisten auszuwählen und die Musik einzusetzen. Und mit den Komponisten, die ich fand, dachte ich, könnte ich auch einen Film drehen, in dem es hauptsächlich um Musik geht.
Dann begann ich, über einen Anfang nachzudenken, und hatte die Idee von einem Jungen, der ein wenig wie ich war und der Musik lernen wollte. Das war der Beginn von allem.
*laughs* That’s an interesting question. I became a filmmaker because I just saw an actor and then I started writing and I wrote a movie called „Dummy“ which starred Aaron Taylor-Johnson, one of his first movies, and somebody else produced it. And then for the next one I thought… you know, when other people do your work, the film is such an interpretation and the script is a blueprint and I wanted to have a bit more control. To pick the director, to pick the actors. So that’s why I wanted to produce films I wrote. We did a comedy and the music I’m really enjoying. Finding the composers and putting the music in. And with the composers I found I thought I could do a movie where music is sort of the center of it.
And then I thought about where to start and I had the idea of this young kid who was a bit like me who wanted to get into music and the story took off and that’s the germ of it.

fGR: Wie war es, mit Nick und Luke Perry zu arbeiten? How was working with Nick and also Luke Perry?

Michael: John, der Regisseur, hat den meisten Kontakt zu den Schauspielern, sobald der Produzent das Team zusammengebracht hat. Als Drehbuchautor habe ich sehr eng mit John zusammengearbeitet und überlegt, wie die Worte auf der Leinwand wirken werden. Darin ist John absolut großartig. Er hat ein gutes Auge dafür und eine fantastische kinematische Stimme.
Wenn das Team vollständig ist, überreicht der Produzent an den Regisseur, der dann den Film zustande bringt. Er ist der Zauberer, der an den Strängen zieht. Der Regisseur muss die Geschichte komplett verstehen, um zu entscheiden, was rein muss und was weggelassen werden kann.
Um auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen - Ich denke, John kann diese Frage am besten beantworten.
You know, John, the director, has the most contact with the actors in a way, once the producer brings the team together. And as a writer I work really closely with John to take these words and how they are going to look in cinema as a visual medium, so we have to go from words to pictures and that is what John is absolutely fantastic at. He has got a great eye, a great cinematic voice. And then once the team is together, the producer hands over to the director who kind of makes the film happen. He is the magician who pulls the strings. The director has to understand the story completely, the spine of it, what has to be in the film and what can be left out. When you are making a film, I think the hardest part as a director is you are making decisions, decisions, decisions, one after the other and you have to have the spine of the story to decide what decisions to make. And so, to go back to your original question, I think John is the best person to talk about how it was working with the actors.

John: Es war ganz unterschiedlich - Luke und Nick. Luke hat 20 Jahre Erfahrung in dieser Branche, Nick ist noch nicht so erfahren.
Let’s just say it was completely different - Luke and Nick. Luke is 20 years experienced in the industry, Nick not so much experienced…

Alle lachen. Everybody laughs.

Michael: 20 Jahre Lebenserfahrung!
20 years experience of life!

John: Es war also interessant, mit ihnen zu arbeiten. Ich persönlich habe schon einige Filme mit jungen Menschen gemacht, viel junger als Nick, also ist das vertrautes Territorium für mich. Man führt die Kinder durch die Prozedur. Da aber Luke viel erfahrener ist, macht er sein eigenes Ding. Man lässt ihn mit einer Szene allein und er kommt zurück und sagt: „Hey, ich habe mir gedacht, man könnte dies und das machen“ und wir sagen: „Ja, cool“ und dann klappt das so. Nick war eher daran interessiert, wo er stehen und was er machen muss. Es war ein schöner Kontrast.
So it was an interesting kind of work. I personally have done a few films with young people, much younger than Nick, and so I’m kind familiar with that territory, working with young people where you can nudge them and walk them through it. But with someone like Luke, he’s a lot more experienced and does his own things, so you’ll just leave a scene with him and he’ll come back with ideas: „Hey, I was thinking this and that“ and we kind of go „Yeah, cool“ and we work it out. And Nick was much more interested in where to stand, hands on the action. It was a nice contrast between the two.

fGR: Auf was für eine Reaktion habt ihr gehofft? Which reaction were you hoping for?


Michael: Man möchte einfach nur, dass das Publikum sich amüsiert. Dann ist es ein Erfolg. Ein Film kann wunderbar zusammengestellt sein, wundervoll aufgenommen und fantastisch geschauspielert. Es ist ein wenig, wie einem Akrobaten zuzuschauen. Sie machen einen Flick Flack und man ist schlichtweg beeindruckt. Es muss einen nicht emotional berühren, es muss nur clever sein.
You just want an audience to enjoy. That the film speaks to them emotionally. And then it is a success. Films can be beautifully put together, wonderfully shot, fantastically acted. It is kind of like watching an acrobat. They are doing a flick flack and you just go „Wow“. It does not need to touch you emotionally, it is just very clever.

John: Im Kino ist die wichtigste Reaktion Lachen. Es ist ganz interessant. Wenn man Monate und Jahre an einem Film gearbeitet hat, fragt man sich, wie werden die Leute reagieren? Man weiß nicht, ob irgendjemand weint oder sich gerührt fühlt. Aber man kriegt es mit, wenn jemand lacht. Das größte Problem ist, wenn das Publikum nicht lacht, obwohl sie eigentlich lachen sollten. Das Furchtbarste für einen Filmemacher, ist es, einen Film zu zeigen und es gibt keine Reaktion. Aber vor allem heute war das Publikum unglaublich.
Also in the cinema, the most important reaction is laughter. It is quite interesting, when you you spent months and years on a film and you sit down - how are people going to react? And, you know, you do not know if someone is crying, yo do not know if someone is feeling moved. But you know if someone laughs. The biggest problem is when they do not laugh, when you think they should, that is the scariest thing. To any film maker it is the scariest thing showing a film and - no reaction. But today particularly the audience was incredible.

Nick: Ehrlich, es war das beste Publikum. Ich meine, man fragt sich schon, wie tausend Leute klingen werden. Und bei den lustigen Stellen war das dann…
Seriously, it was the best audience. I mean, you kind of wonder what a thousand people is going to sound like. And in the funny bits it was like…

Nick macht ein sehr lustiges, überraschtes und ein wenig entsetztes Gesicht, das uns alle zum Lachen bringt.
Nick makes a very funny, surprised and slightly terrified face, which makes us all laugh.

fGR: Ich denke, Ihr liebt alle Musik. Was ist euer Lieblingsmusikstil? I guess you are all into music. What is your favorite music style?

Michael: Ich habe einen sehr gemischten Geschmack. Ich mag Klassik, 70-er, Funk, ein bisschen Thrash, Punk. Ich habe nicht wirklich eine Lieblingsrichtung.
I have a very mixed taste. I like classical, I like 70s, funk, a bit of thrash, a bit of punk. I don’t have A particular style of music.

Nick: Bei mir ist es das Gleiche. Ich bin mit 60-er, 70-er Rock aufgewachsen. Aber später habe ich angefangen, Rap und Hip Hop zu hören. Momentan höre ich gerne Old J, außerdem The Weekend und The Banks… die kennt ihr ja sicher, oder?
I am kind of the same. I grew up on 60s, 70s rock and stuff like that, but growing up I started to listen to some rap and hip hop. Stuff I am into at the moment is Old J, then I am also into some kind of Hip Hop, like The Weekend and The Banks… you guys know it, right?

Mia und ich lachen und nicken. We laugh and nod our heads.

Nick: Die sind echt cool. Aber eigentlich kann ich alles hören, abhängig von meiner Laune.
They are really cool. But I can listen to basically anything based on my mood.

John: Ja, mein Hintergrund ist Techno.
Yeah, my background is techno.

Wir lachen alle erneut. We all laugh again.

Nick: Das Geheimnis ist gelüftet.
Secret is out, man!

John: Meine erste Liebe war Michael Jackson. Dann wurde es Techno. Und dann, als ich Musikvideos für Leute wie Coldplay drehte, begann ich auch diesen Stil zu mögen. Also ja, es ist eine große Mischung an Einflüssen.
Yeah, my first love was Michael Jackson. And then it became Techno. And then, when I started working, because I was doing music videos, for people like Coldplay, I also started getting into their kind of music. So yes, it is a big mixture of influences.


Michael: Kann ich da noch was hinzufügen? Ich würde gerne ein Shout-Out für meinen Sohn geben. Er hat eine Band namens Radio Radio. Die haben auch T-Tracks im Film. Mein Sohn ist eine echte Inspiration für mich. Sie schreiben ihre eigene Musik und haben so viel erreicht.
Can I just add something to this? I wanna give a shoutout to my son, who has a band called Radio Radio. They have also got T-Tracks on the film. My son is a real inspiration to me. They write their own music and it is amazing what they have achieved.

Nick: Ja, sie sind echt großartig. Michael hat mir ihre EP gegeben und jetzt habe ich sie auf dem Computer. Die Indie Szene ist über die letzten Monate echt gewachsen. Ich hoffe, sie können direkt da hineinschlittern.
Yes, they are really great. I mean, he gave me the EP and I’ve downloaded it on my Computer. The Indie scene blew up in the past couple of months. Hopefully they will slip right into it.

fGR: Wird der Film in kommerziellen Kinos laufen? Will the movie be shown in commercial cinemas?

Michael: Ja, wir haben eine große Vorstellung bei Picture House, einer Kinokette in England. Sie werden den Film am 12. Mai in all ihren Kinos zeigen und darauf können wir hoffentlich aufbauen. Es ist wirklich schwierig, einen Kinostart zu organisieren, da es so teuer ist. Man gibt 20 Millionen Pfund für die Herstellung des Filmes aus und dann noch zwei Mal so viel für das Marketing. Das können wir uns nicht leisten. Das Risiko ist zu groß. Aber jedes Mal, wenn wir den Film vor Publikum spielen, passiert etwas Magisches, weil die Menschen das noch immer wollen. Wisst ihr, als die DVDs kamen und 3D und HD, da haben sie gesagt, das Kino sei tot. Aber es wollen immer noch Leute ins Kino gehen. Sie wollen dieses Gemeinschaftserlebnis haben. Und heute was etwas sehr Besonderes.
Yes, we have got a big show case by Picture House chain, a big cinema chain in the UK. They are going to show it in all their cinemas on May 12th and hopefully we will build on that. I have already told them we have our ambassadors, let’s fill the screens all over the UK. But it is really tricky to do a theatrical release because it is very expensive. It is like you spend 20 Million Pounds on making the film and then twice as much on marketing. That is something we just cannot do. It is too big of a gamble. But every time we played it in front of an audience something magical happens because the people still want that. You know, when the videos came and 3D, HD, they said cinema is dead. But people still want to go to cinema. They want to have a communal experience. And tonight was really special.


fGR: Nick, im Film musst du viel singen und Musik machen. Musst du das auch im echten Leben?
Nick, in the movie you had to sing a lot and do a lot of music. Do you have to do that in real life a lot as well?


Nick: Naja, meine erste Erfahrung in Sachen Kunst war die Musik. Wir haben diesen Film vor etwa einem Jahr gedreht und ein Jahr davor habe ich angefangen, Musik zu machen. Es wurde so etwas wie mein Entkommen aus Schulangelegenheiten. Ich habe gelernt, mich selbst auszudrücken, was diesen Film meiner Meinung nach sehr beziehbar (relatable) für junge Leute macht. Die können nämlich ihre eigenen Problem haben und die Schule ist hart. Aber wenn man diese Art von Entkommen hat, ist das, denke ich, sehr hilfreich und inspirierend. Das ist mein Hintergrund und ich habe das fortgesetzt und jetzt meine eigene Website.
Well, my first experience in art was actually music. We shot this about a year ago and a year before that I got into music and it kind of became some sort of escape from school and I learned how to express myself, which I think makes it a really relatable film for young people. Because they might have their own problems growing up and school is tough. But if you have that kind of escape I think it is really helpful and inspiring.
That is kind of my background and I continued to do that and I have my own website now.


fGR: Wie heißt sie? What is it called?

Nick: Sie ist auf Soundcloud. Wenn man Nicky Galitzine Music eintippt…
It is on Soundcloud. If you type in Nicky Galitzine Music…

An dieser Stelle würde ich gerne sagen, dass Nicks Musik fantastisch ist. Ich habe seine Songs in den letzten Tagen oft gehört und er ist so, so talentiert. Sie waren auch meine Hintergrundmusik für meine Kritik zu „The Beat Beneath My Feet“.
At this point I’d like to say that Nick’s music is just amazing. I’ve been listening to his tracks over the past few days and he’s so, so talented. It was also my background music for my „The Beat Beneath My Feet“ Review.

fGR: Ist Musizieren etwas, das du später gern als Beruf machen würdest? Is doing music something you would like to do for a living?


Nick: Ja, ich meine, es ist schwierig, wenn man anfängt. Manche können nicht damit umgehen, ob man jetzt Schauspieler, Musiker oder irgendetwas anderes ist. Jared Leto ist einer meine Lieblingsschauspieler. „Requiem for a dream“ ist zum Beispiel einer meiner Lieblingsfilme. Er hat diese ganze Schauspieler-Musiker-Sache so gut hinbekommen und ich schätze, dass ich irgendwie hoffe, etwas ähnliches zu erreichen. Musik zu spielen und zu schauspielern löste nämlich unterschiedliche Dinge in mir aus. Also werde ich mich nicht von einem der beiden Dinge abhalten lassen.
Yeah, I mean it is difficult when you first start out, people cannot quite handle, whether you are an actor or a musician or whatever. Jared Leto is one of my favorite actors. „Requiem for a dream“ for example is one of my favorite films. He has done the music/acting thing so,so well and I suppose I kind of hope to achieve something like that because it gave me different feelings, playing music and being an actor. So, I am not going to let anyone stop me from one.

fGR: Hast du schon andere Filme gedreht? Have you done other movies?


Nick: Ja, vor ein paar Monaten habe ich meinen zweiten Spielfilm fertig gedreht, namens High Strung. Das ist ein Tanzfilm, also werde ich da auch ein bisschen tanzen. Wartet’s nur ab! (Wir alle lachen bereits wieder)
Yes, a few months ago I finished shooting my second feature film called High Strung which is a Dance Movie. So I will do a little bit of dancing there. Watch out for that! (we all are laughing by now)

fGR: Konntest du dich mit Tom identifizieren? Were you able to identify with Tom as well?

Nick: Ich denke, jeder hat einen inneren Nerd und man will nur nicht zugeben, was komisch an einem ist. Meine Besessenheit wären Fantasy Kram, Comic Bücher und so etwas in der Art. Aber was mich wirklich mit Tom verbindet ist seine Leidenschaft für Musik. Während meiner früheren Jahre hatte ich weder Musik noch Schauspielerei als Befreiung. Ich hatte kein kreatives Ventil. Es war sehr frustrierend und für Tom ist es am Anfang das Gleiche. Er ist kein kein herkömmlicher Nerd, aber man kann ihm ansehen, dass es ihm schwer fällt, Kontakt mit anderen Leuten herzustellen. Ich glaube nicht, dass ich so extrem war wie Tom (wir allen lachen wieder), aber für diejenigen, denen es im Leben genauso ging, zeigt dieser Film, dass es auch ein Leben nach der High School gibt.
I think everyone has an inner Nerd and they do not want to admit what is nerdy about them. I mean, for me, my obsession would be fantasy things, comic books, that is kind of my nerdy thing. But I really related to Tom in the way he is so passionate about music. During my younger years I did not have music or acting as a release. I did not have a creative outlet. It was really frustrating and I think it was the same for Tom, as you can see at the beginning. He is not a conventional nerd, but you can see he is having a hard time connecting with people, he is really socially awkward. I do not think I was ever as extreme as Tom (we all have to laugh again). But for those who have had that in their lives it shows that there is a life after High School.

fGR: War deine Mutter der von Tom ähnlich? Was your mom similar to Tom’s mom?


Nick: Meine Mutter war tatsächlich Lisa (Dillon) recht ähnlich, was sehr komisch war. Aber ich bin halb-griechisch, also ist meine Mutter sehr emotional und leidenschaftlich, also nicht genau gleich. Außerdem war mein Vater auch nicht furchtbar.
My mom was actually was quite similar to Lisa (Dillon), which was pretty weird. But I am half-Greek, so my mom is very emotional and passionate, so not exactly similar. My dad was not horrible, either.

Es ist bereits Zeit, das Interview zu beenden. Ich kann sagen, dass dies eines meiner liebsten Interviews war. Mit Michael, John und Nick konnte man sich so wahnsinnig gut unterhalten und ich bin wirklich dankbar, dass sie sich die Zeit für uns genommen haben.
It is already time to end the interview. I can say that it was one of favorite interviews I shared with these guys. Michael, John and Nick were so amazing to talk to and I am grateful that they took their time for us.

15.02.15, Johanna Gosten